Holz kleben

Kleben von Holz

Holzkleben ist eine wirtschaftliche und belastbare Fügetechnik, die in zahlreichen Bereichen zum Einsatz kommt – vom Möbelbau, Innenausbau und der Verpackungsindustrie bis hin zu industriellen Anwendungen im Maschinenbau und bei Holzverbundwerkstoffen.

Aufgrund der unterschiedlichen Holzarten, Oberflächen und Materialeigenschaften stellt das Verkleben von Holz besondere Anforderungen an die Klebstoffauswahl. Holz kann sich unter dem Einfluss von Temperatur und Feuchtigkeit ausdehnen oder zusammenziehen, wodurch die Klebeverbindung entsprechend belastbar und flexibel ausgelegt werden muss. Welcher Klebstoff geeignet ist, hängt zudem maßgeblich von den Materialien ab, mit denen das Holz verbunden werden soll. Grundsätzlich gilt: Der verwendete Klebstoff sollte das Holz nicht zum Quellen bringen. 

Vorteile beim Kleben von Holz

  • Gleichmäßige Lastverteilung über die gesamte Klebefläche
  • Keine Schwächung des Werkstoffs durch Bohren, Schrauben oder Nageln
  • Saubere, nahezu unsichtbare Verbindungen
  • Gute Eignung für großflächige Verklebungen
  • Verbindung von Holz mit gleichen oder unterschiedlichen Werkstoffen
  • Reduzierung von Spannungen an punktuellen Befestigungen
  • Rationelle Verarbeitung in Handwerk und Industrie

Ihr Ansprechpartner

Gerne beraten unsere Klebespezialisten zum fachgerechten Kleben von Holz.

 

Philipp Dengel

Technischer Berater / Labor

Foto von Philipp Dengel ohne Hintergrund

Welcher Klebstoff eignet sich für Holzverklebungen?

Welcher Klebstoff für Holz geeignet ist, hängt stark vom jeweiligen Einsatzbereich ab, denn neben der Holzart spielen auch Saugfähigkeit, Passgenauigkeit der Teile, die Anwendung im Innen- oder Außenbereich sowie die geforderte Festigkeit eine wichtige Rolle. Für Holz und Holzverbunde kommen je nach Anforderung vor allem Weißleime beziehungsweise PVAc-Klebstoffe für klassische Holz-Holz-Verbindungen im Innenbereich, PUR-Klebstoffe bei höherer Feuchtebeanspruchung sowie Epoxidharz-Klebstoffe für hochfeste Verbindungen oder Materialkombinationen in Betracht. Ergänzend eignen sich Kontaktklebstoffe für flächige Verklebungen, Montageklebstoffe für konstruktive Anwendungen, Sekundenklebstoffe für schnelle Fixierungen und Klebebänder für Montage-, Fixier- oder Verbindungslösungen in passenden Einsatzbereichen.

Da sich nicht jeder Holzkleber automatisch für jede Holzart oder jede Umgebung eignet, ist eine genaue Abstimmung von Klebstoff und Untergrund besonders wichtig, vor allem bei stark arbeitendem Holz, lackierten Oberflächen oder bei Verklebungen mit Metall, Kunststoff oder Glas. 

Holz mit anderen Materialien kleben

Holz mit Holz kleben

Holz lässt sich mit geeigneten Holzklebstoffen zuverlässig mit Holz verbinden, wobei die Holzart, die Beschaffenheit der Oberflächen und die Anforderungen an die Klebeverbindung berücksichtigt werden sollten.

Holz mit Metall kleben

Holz lässt sich mit geeigneten Klebstoffen zuverlässig mit Metall verbinden, wobei insbesondere die unterschiedlichen Materialeigenschaften und die Beschaffenheit der Metalloberfläche berücksichtigt werden sollten.

Holz mit Kunststoff kleben

Die Verklebung von Holz mit Kunststoff ist mit geeigneten Klebstoffen möglich, wobei die Auswahl insbesondere von der jeweiligen Kunststoffart und deren Oberflächenbeschaffenheit abhängt.

Holz mit Glas kleben

Holz kann mit geeigneten Klebstoffen auch mit Glas verbunden werden, wobei die unterschiedlichen Eigenschaften und die thermische Ausdehnung der Materialien berücksichtigt werden sollten.

Holz mit Gummi kleben

Holz lässt sich mit geeigneten Klebstoffen mit Gummi verkleben, wobei aufgrund der unterschiedlichen Flexibilität der Materialien eine entsprechend elastische Klebeverbindung sinnvoll sein kann.

Holz mit Stein kleben

Auch Stein lässt sich mit Holz verkleben, sofern ein geeigneter Klebstoff für die porösen bzw. unterschiedlichen Oberflächen und die jeweilige Belastung ausgewählt wird.

Holz mit Keramik kleben

Holz kann mit geeigneten Klebstoffen mit Keramik verbunden werden, wobei insbesondere die glatte Oberfläche der Keramik und die unterschiedlichen Materialeigenschaften zu berücksichtigen sind.

Holz mit Beton kleben

Holz kann mit geeigneten Klebstoffen auf Beton befestigt werden. Aufgrund der meist porösen und mineralischen Oberfläche des Betons kann eine entsprechende Oberflächenvorbereitung erforderlich sein.

Holz mit lackierten oder beschichteten Flächen kleben

Auch lackierte oder beschichtete Oberflächen können mit Holz verklebt werden. Entscheidend ist, dass die Beschichtung ausreichend fest mit dem Untergrund verbunden ist und eine geeignete Haftung für den gewählten Klebstoff bietet.

Holz richtig kleben

1. Oberfläche reinigen 

Die Klebeflächen müssen sauber, trocken und frei von Staub, Öl, Fett oder losen Bestandteilen sein. Verschmutzungen können die Haftung des Klebstoffs beeinträchtigen und die Qualität der Klebeverbindung reduzieren.

2. Oberflächen vorbereiten 

Die zu verklebenden Flächen sollten möglichst passgenau und vollflächig aufeinanderliegen, um eine gleichmäßige Klebeverbindung zu ermöglichen. Unebenheiten, Beschädigungen oder lose Holzfasern können die Verklebung beeinträchtigen.

3. Klebstoff auswählen 

Der Klebstoff muss auf die Holzart, das Gegenmaterial und die Anforderungen der Anwendung abgestimmt werden. 

4. Klebstoff austragen 

Der Klebstoff sollte gleichmäßig und in der vom Hersteller empfohlenen Menge aufgetragen werden. Vorgaben zur Ablüftezeit, Presszeit und Aushärtezeit sind dabei ebenfalls einzuhalten.

5. Aushärtung 

Nach dem Zusammenfügen müssen die Bauteile ausreichend fixiert und gegen Verrutschen gesichert werden. Während der Aushärtung sollte die Klebeverbindung möglichst nicht belastet oder bewegt werden.

Bei saugenden Holzoberflächen ist ein gleichmäßiger Klebstoffauftrag besonders wichtig. Zu wenig Klebstoff kann die Verbindung schwächen, zu viel Klebstoff kann je nach System die Verarbeitung erschweren oder zu unnötigem Materialeinsatz führen. Auch der Anpressdruck spielt eine wichtige Rolle, da nur so ein ausreichender Kontakt zwischen den Fügepartnern entsteht.

Muss Holz vor dem Kleben vorbehandelt werden?

Ob Holz vor dem Kleben vorbehandelt werden muss, hängt von der Oberfläche und vom eingesetzten Klebstoff ab. In vielen Fällen genügt es, die Fläche gründlich zu reinigen und Staub zu entfernen. Bei schwierigeren Untergründen kann eine weitergehende Vorbehandlung sinnvoll oder notwendig sein. Mögliche Vorbehandlungen sind:

  • Schleifen zur Verbesserung der Haftfläche
  • Entstauben der Oberfläche
  • Entfernen von Fett, Öl, Wachs oder Trennmitteln
  • Trocknung bei zu hoher Restfeuchte
  • Anschleifen oder Aktivieren von beschichteten Flächen
  • Primer-Einsatz, wenn das Klebstoffsystem dies vorsieht

Unbehandeltes Holz ist meist gut klebbar. Schwieriger können lackierte, geölte, gewachste oder stark verdichtete Oberflächen sein. Auch bei tropischen Hölzern oder harzhaltigen Holzarten sollte die Materialverträglichkeit geprüft werden. Entscheidend ist immer die tatsächliche Oberfläche, nicht nur der Grundwerkstoff.

Holz mit Klebeband kleben

Auch Holz kann mit Klebeband geklebt werden, sofern Anwendung, Oberfläche und Belastung dazu passen. Doppelseitige Klebebänder sind besonders interessant, wenn schnell, sauber und ohne sichtbare mechanische Befestigung montiert werden soll.

Typische Einsatzbereiche für Klebebänder auf Holz:

  • Befestigung von Leisten, Blenden oder Abdeckungen
  • Montage leichter Bauteile
  • Fixierung vor der endgültigen Verbindung
  • Verklebung von Holz mit Kunststoff, Metall oder Glas
  • Anwendungen im Innenausbau, Ladenbau oder bei Displays

 

Vorteile von Klebebändern bei Holz:

  • sofortige Anfangshaftung je nach System
  • saubere Verarbeitung ohne Tropfen oder Aushärtungsreste
  • keine Bohrlöcher oder Schraubenköpfe
  • gleichmäßige Verbindung über die Fläche
  • schnelle Prozessintegration

Wichtig ist jedoch: Nicht jedes Klebeband haftet auf jeder Holzoberfläche gleich gut. Offene, raue oder stark staubende Flächen können die Klebkraft mindern. Bei unbehandeltem Holz, beschichteten Platten oder lackierten Oberflächen sollte das Band passend zum Untergrund gewählt werden. Für dauerhafte Anwendungen sind Untergrundprüfung und Vorversuche sinnvoll.

Produktempfehlungen für das Kleben von Holz

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Häufige Fragen

Nicht immer. Oft reicht es aus, die Oberfläche sauber und staubfrei zu halten. Bei glatten, verschmutzten, beschichteten oder ungleichmäßigen Flächen kann Anschleifen die Haftung verbessern.

Eine Verklebung von feuchtem Holz ist grundsätzlich möglich, aber stark von Klebstoff und Anwendung abhängig. Bei vielen Klebstoffsystemen kann eine erhöhte Holzfeuchte die Haftung und Aushärtung beeinflussen, weshalb die zulässige Holzfeuchte des jeweiligen Klebstoffs beachtet werden sollte.

Ja, für bestimmte Anwendungen kann doppelseitiges Klebeband eine geeignete Alternative zu flüssigen Klebstoffen sein. Besonders bei flächigen Verklebungen und Montageanwendungen können entsprechende Klebebänder eingesetzt werden.

Ja, für den Außenbereich stehen geeignete Klebstoffsysteme zur Verfügung. Bei der Auswahl müssen insbesondere Feuchtigkeit, Temperaturwechsel, UV-Einstrahlung und die mechanische Belastung berücksichtigt werden.

Die erforderliche Oberflächenvorbereitung hängt von der Holzart, dem Oberflächenzustand und dem verwendeten Klebstoff ab. Grundsätzlich sollten die Klebeflächen sauber, trocken und frei von Staub, Fett und anderen haftungsmindernden Verunreinigungen sein.

Das hängt von der Anwendung ab. Für viele klassische Holz-Holz-Verbindungen im Innenbereich sind PVAc-Holzkleber geeignet. Für höhere Belastungen, Feuchtigkeit oder Materialkombinationen kommen häufig PUR-, Epoxid- oder Montageklebstoffe infrage.