Klebelösungen für Gummi- und Dichtprofile aus EPDM, Moosgummi, Zellkautschuk und Silikon

Anwendungsfeld: Verarbeitung

Bild: Schnitt durch ein EPDM-Dichtprofil, das über ein doppelseitiges Klebeband auf einer Aluminiumtraverse befestigt ist

Anwendungsbeschreibung zum Kleben von Gummi- und Dichtprofilen

Elastomere sicher kleben – Worauf es bei der Anwendung ankommt

Dichtprofile aus EPDM, Moosgummi, Zellkautschuk, NBR oder Silikon sitzen an Türen, Klappen, Gehäusen, Vorrichtungen und Wärmetauscherplatten. Dort müssen sie lagerichtig fixiert werden, dürfen beim Einlegen in eine Nut nicht verrutschen und sollen ihre Federwirkung behalten. Genau darin liegt die klebetechnische Herausforderung: Elastomere sind weich, häufig niederenergetisch und je nach Ausführung saugend. Standard-Acrylatklebebänder haften auf EPDM oft nicht ausreichend, Silikon ist ohne Vorbehandlung kaum benetzbar, und ein zu steifer Klebstoff kann einem Schaumprofil die notwendige Rückstellung nehmen.

tewipack entwickelt für solche Anwendungen die passende Lösung aus Klebeband, Kontaktklebstoff oder Sofortklebstoff. Doppelseitige Klebebänder mit modifizierten Klebmassen rüsten EPDM-Schaum und Profile selbstklebend aus, sodass in der Montage nur noch der Liner abgezogen wird. Kontaktklebstoffe auf Lösemittelbasis verbinden Zellkautschuk und Moosgummi mit Kunststoff, Metall oder PU-Blockmaterial und bleiben elastisch. Cyanacrylate fixieren Gummi in Sekunden auf Metall; bei EPDM und Silikon kommt zusätzlich ein Primer ins Spiel. Welche Variante wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist, hängt von Untergrund, Fläche, Stückzahl und der Funktion der Klebefuge ab – etwa dann, wenn die Verklebung unter Vakuum selbst dichten muss.

Bei Gummi- und Dichtprofilen zählt nicht nur die Klebkraft auf dem Datenblatt, sondern vor allem, ob die Klebmasse auf dem niederenergetischen, saugenden Elastomer überhaupt anbindet – und ob der Verbund dauerhaft elastisch bleibt.

tewipack liefert für Gummi- und Dichtprofile doppelseitige Klebebänder von Nitto und 3M™, Kontaktklebstoffe, Cyanacrylate mit Primer sowie fertig selbstklebend ausgerüsteten EPDM-Dichtschaum und Formstanzteile – inklusive Bemusterung am realen Profil und technischer Bewertung im hauseigenen Labor.

Vorteile von geklebten und selbstklebenden Dichtprofilen

Gegenüber Klemmen, Nieten oder losem Einlegen bieten Klebebänder und Klebstoffe für Elastomerprofile folgende Vorteile:

  • selbstklebend ausgerüstete Profile werden in der Montage nur noch angedrückt – ein separater Klebstoffauftrag entfällt
  • die Dichtung verrutscht beim Einlegen in die Nut und beim Fügen des Deckels nicht mehr
  • Faservlies-Klebebänder mit modifizierter Klebmasse haften auch auf EPDM, wo PET-Standardbänder versagen
  • elastische Kontaktklebstoffe nehmen die Verformung des Gummis unter Druck- und Scherlast dauerhaft auf
  • bei richtiger Auswahl ist die Klebung fester als der Schaum – im Schältest reißt das Material, nicht die Fuge
  • vollflächig verklebte Schaumplatten bilden eine dichte Ebene, auch unter Vakuum
  • Formstanzteile aus Schaumklebeband ersetzen Profil und Dichtstoff in einem Teil
  • vom 20-g-Fläschchen Cyanacrylat bis zur 200-mm-Bandbreite für Plattenware lässt sich die Anwendung skalieren
  • keine langen Trocknungs- oder Presszeiten wie bei Latex- oder Dispersionsklebstoffen

Anforderungen an das Kleben von Gummi- und Dichtprofilen

In Projekten aus Maschinenbau, Vakuumtechnik, Automotive und Gerätebau entscheiden vor allem sechs Punkte über Funktion, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit:

Haftung auf dem Elastomer

EPDM ist niederenergetisch; ein getestetes doppelseitiges PET-Klebeband haftete darauf nicht. Die Lösung lag nicht in höherer Klebkraft, sondern in modifizierten Klebmassen auf Faservlies- oder Schaumträgern, die auf EPDM abgestimmt sind. Weil EPDM-Mischungen je nach Hersteller variieren, bemustert tewipack immer am realen Profil.

Zwei schwierige Fügepartner zugleich

Eine Moosgummidichtung musste in der Nut einer Vorrichtung aus PU-Blockmaterial halten: Zellkautschuk und Polyurethan gelten beide als anspruchsvolle Fügepartner. Hier bewährte sich ein Kontaktklebstoff, der auf beiden Werkstoffen anbindet und die Dichtung beim Einlegen fixiert – Auslöser war die Abkündigung des zuvor eingesetzten Produkts.

Rückstellung des Schaums

Bei EPDM-Schaumteilen ist neben der Haftung die Rückstellung quer zur Klebefläche entscheidend. Ein saugender Schaum braucht mehrfachen Klebstoffauftrag, doch jede zusätzliche Klebschicht versteift den Verbund. Materialausriss im Test zeigt, dass die Klebung fester ist als der Schaum.

Dichtheit der Klebefuge

Läuft Vakuum über eine Aluminiumtraverse, wird die Klebefuge des EPDM-Schaums Teil des Dichtsystems. Das verlangt einen vollflächigen, blasenfreien Auftrag über große Flächen und Bandbreiten bis 200 mm – jede Undichtigkeit in der Verklebung führt direkt zum Funktionsverlust der Anlage.

Primer und Arbeitsschutz

Wo EPDM, NBR oder Silikon einen Primer brauchen, wird dieser zum Prozessfaktor. Zwei Konfektionierbetriebe sagten eine Fertigung wegen Kennzeichnung und Arbeitsschutzauflagen des Primers ausdrücklich ab. Die technische Lösung stand damit fest, der Verarbeitungsweg aber nicht – deshalb prüft tewipack früh primerfreie Alternativen.

Versorgung und Konfektionierung

Abgekündigte Klebstoffe, eingestellte Direktbelieferung und Chargenschwankungen lösten mehrere Projekte aus. Für Plattenware bis 2.000 × 1.000 mm und Bedarfe um 10.000 m² pro Jahr werden Kaschierung, Bandbreite und Lieferkette von Anfang an mitgedacht, damit die Versorgung nicht zum Projektrisiko wird.

Wie werden Gummi- und Dichtprofile verklebt?

Für die selbstklebende Ausrüstung wird das Profil oder die Schaumplatte mit einem doppelseitigen Faservlies- oder Schaumklebeband kaschiert. Bandbreiten bis 200 mm erlauben das Laminieren ganzer Platten, die anschließend gestanzt oder geschnitten werden. Am Einsatzort wird der Liner abgezogen und das Profil mit gleichmäßigem Druck auf den gereinigten Untergrund gedrückt. Für die Verklebung mit Kontaktklebstoff werden beide Fügeflächen dünn bestrichen, saugende Schäume ein zweites Mal; nach der Ablüftzeit werden die Teile unter kurzem, kräftigem Druck gefügt und sind sofort handfest. Cyanacrylate eignen sich für kleine Flächen wie Gummi auf Aluminium oder Edelstahl; EPDM, NBR und Silikon werden zuvor mit einem Primer aktiviert. Geprüft wird über Schälversuche am realen Profil – Materialausriss im Elastomer ist dabei das gewünschte Ergebnis.

Aus der Praxis: Gummi- und Dichtprofile in tewipack-Projekten

Aus über 1.000 dokumentierten Klebeanwendungen der Projekthistorie stammen diese Beispiele für das Kleben und selbstklebende Ausrüsten von Elastomerprofilen. Kunden- und Produktnamen Dritter werden nicht genannt.

Dichtungshersteller

EPDM-Schaum selbstklebend ausrüsten

Ein Hersteller rüstet EPDM-Schaum selbstklebend aus und benötigte dafür ein doppelseitiges Klebeband in zwei Varianten, abgestimmt auf die Haftung auf dem niederenergetischen Schaum und auf die unterschiedlichen Untergründe beim Endanwender. Die Ausrüstung erfolgt in der eigenen Kaschierung, der Endanwender zieht nur noch den Liner ab und drückt das Profil an.

Lösung: Nitto D5052 und Nitto 5015P als doppelseitige Klebebänder.

Variante: zwei Bandtypen für zwei Untergründe

Abdichtung

Weiterbelieferung mit selbstklebendem EPDM-Dichtschaum

Ein Anwender dichtet seit Jahren mit fertig selbstklebendem EPDM-Schaum in zwei Ausführungen ab. Eine technische Fragestellung gab es nicht – der Hersteller stellte die Direktbelieferung ein, weshalb die Versorgung über den gelisteten Handelspartner neu aufgesetzt werden musste, ohne die eingeführten Produkte zu ändern. Für den Anwender blieb der Prozess unverändert.

Lösung: Nitto EPT-Sealer EE-1010 und EPDM-Schaum 685, unverändert weiterbeliefert.

Lieferkette sichern, bevor die Direktbelieferung endet

Vorrichtungsbau

Moosgummidichtung in einer PU-Nut

Eine Moosgummidichtung wird in die Nut einer Vorrichtung aus Polyurethan-Blockmaterial eingeklebt. Der Klebstoff musste auf Zellkautschuk und auf dem PU-Werkstoff haften und die Dichtung beim Einlegen fixieren, damit sie nicht verrutscht. Auslöser war die Abkündigung des zuvor verwendeten Produkts – der Ersatz musste zwei sehr unterschiedliche, beide anspruchsvolle Werkstoffe verbinden.

Lösung: TEROSON® 2444 Kontaktklebstoff.

Werkstoffe: Zellkautschuk auf PU-Blockmaterial

Schaumteile

EPDM-Schaumteile mit Kontaktklebstoff statt Latex Verklebte

EPDM-Schaumteile wurden bislang fertig zugekauft; der vom Zulieferer eingesetzte Latexklebstoff führte zu Reklamationen. Wegen der saugenden Eigenschaft des Schaums ist ein mehrmaliger Klebstoffauftrag nötig. Neben der Haftung ist die Rückstellung quer zur Klebefläche entscheidend, weil der Schaum seine Federwirkung behalten muss. Musterteile wurden mit einem elastischen, transparenten Kontaktklebstoff gefertigt.

Befund: Musterteile mit 3M™ Scotch-Weld™ 4693 zeigten Elastizität und Materialausriss beim Auseinanderziehen – die Klebung ist fester als der Schaum; die Rückstellung bleibt gegenüber unverklebtem Schaum etwas geringer.

Prüfkriterium: Materialausriss statt Adhäsionsbruch

Jede Klebschicht versteift den Verbund

Kunststoffbauteil

EPDM auf vernetztem Polystyrol – PET-Band haftet nicht

Ein Bauteil aus einem vernetzten Polystyrol-Werkstoff soll mit EPDM verbunden werden; die Haftung auf dem EPDM ist der kritische Punkt. Ein doppelseitiges PET-Klebeband wurde getestet und haftete auf dem Elastomer nicht. Die vorgeschlagenen Alternativen setzen auf modifizierte Klebmassen auf Faservlies- und Schaumträgern statt auf höhere Klebkraft, weil Standard-Acrylate auf dem niederenergetischen EPDM nicht ausreichend benetzen.

Befund: Zur Bemusterung vorgesehen sind Nitto D5052, Nitto 5015E und 3M™ 9485PC.

Auf EPDM zählt die Klebmassen-Chemie, nicht nur die Klebkraft

Vakuumtechnik

EPDM-Schaumelemente auf Aluminiumtraversen unter Vakuum

EPDM-Schaumelemente in 5 mm Stärke werden mit Klebeband auf Aluminiumtraversen montiert, über die anschließend Vakuum geführt wird – die Klebeverbindung muss deshalb selbst dicht sein. Der Bedarf liegt bei rund 10.000 m² pro Jahr; zusätzlich besteht Interesse an einem wiederlösbaren Material in großen Bögen. Parallel laufen mehrere Bandtypen, deren Anteile sich verschieben.

Vorgesehen: Bemusterung mehrerer doppelseitiger Klebebänder in 200 mm Breite sowie ein Musterfächer der EPDM-Sortimente.

Bedarf: ca. 10.000 m²/Jahr

Schaumstärke: 5 mm

Bandbreite: 200 mm

Produktempfehlungen zum Kleben von Gummi- und Dichtprofilen

Hier eine kleine Auswahl an Klebebändern und Klebstoffen für Elastomere – im Online-Shop sind alle verfügbaren Produkte in den Kategorien Doppelseitige Klebebänder und Lösemittelklebstoffe erhältlich.

Nitto EPT-Sealer EE-1010 und EPDM-Schaum 685 als selbstklebender Dichtschaum, Nitto 5015P/5015E und 686, 3M™ 9485PC, TEROSON® 2444, Klebebänder in 200 mm Breite für Plattenware sowie den Polyolefin-Primer LOCTITE® SF 770 liefern wir auf Anfrage – bitte sprechen Sie uns an.

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Ihr Ansprechpartner

Bei technischen Fragen zu Ihrer Anwendung oder unseren Produkten wenden Sie sich gerne an:

 

Philipp Dengel

Technischer Berater / Labor

Foto von Philipp Dengel ohne Hintergrund

Häufige Fragen

EPDM ist ein niederenergetisches Elastomer, auf dem Standard-Acrylatklebmassen nicht ausreichend benetzen – in einem Projekt haftete ein doppelseitiges PET-Band überhaupt nicht. Mehr Klebkraft hilft hier nicht; nötig sind modifizierte Klebmassen auf Faservlies- oder Schaumträger, die für EPDM ausgelegt sind, etwa Nitto D5052 oder 3M™ 9485PC. Wir bemustern am realen Profil, weil sich EPDM-Mischungen je nach Hersteller deutlich unterscheiden.

Selbstklebend ausgerüstete Profile sind in der Montage schneller und sauberer; sie eignen sich für definierte Flächen, Plattenware und Serien. Kontaktklebstoffe sind flexibler bei unregelmäßigen Nuten, saugenden Schäumen und schwierigen Gegenstücken wie PU-Blockmaterial, verlangen aber Auftrag, Ablüftzeit und Anpressdruck. Bei Wärmetauscherplatten blieb ein Anwender beim eingeführten Kontaktklebstoff, weil ein getestetes 2K-Epoxid keinen klaren Vorteil brachte.

Gummi auf Aluminium oder Edelstahl ist die Kombination aus weich und hart: Unter Druck verformt sich das Elastomer, die Klebschicht muss die Scherung an der Grenzfläche aufnehmen. Für kleine Flächen eignen sich zähelastische Cyanacrylate, für größere elastische Kontaktklebstoffe. Wichtig ist eine vollflächige Haftung – in einem Projekt mit einem Gummiring im Stahlrohr scheiterte ein Prozess an unvollständiger Benetzung, während ein 2K-Epoxid im Vergleichsmuster so stark haftete, dass das Gummi riss.

EPDM, NBR und vor allem Silikon sind ohne Vorbehandlung kaum verklebbar; Cyanacrylate brauchen dort einen Primer, in der Luftfahrt zusätzlich eine dokumentierte Qualifizierung des Schritts. Der Primer kann zum Hindernis werden: Zwei Konfektionierbetriebe lehnten eine Fertigung wegen Kennzeichnung und Arbeitsschutzauflagen ab. Wir prüfen deshalb früh, ob eine primerfreie Bandlösung oder ein Kontaktklebstoff den Prozess vereinfacht.

Die Klebschicht versteift den Verbund und reduziert die Rückstellung quer zur Klebefläche etwas gegenüber unverklebtem Schaum. Entscheidend ist, den Auftrag dünn zu halten – bei saugendem EPDM-Schaum zwar mehrfach, aber ohne Klebstoffüberschuss – und einen elastischen Klebstoff zu wählen. Im Schältest sollte der Schaum reißen, nicht die Klebefuge; dieser Materialausriss belegt, dass die Klebung fester ist als das Elastomer.

Ja – Klebebänder bis 200 mm Breite und Bogenware ermöglichen das Laminieren von Platten bis 2.000 × 1.000 mm in 8 bis 12 mm Stärke. Kritisch ist das blasenfreie Auflaminieren, weil jede Blase bei einer Vakuumanwendung zur Undichtigkeit wird, und die Kontaktfläche der Klebmasse auf dem offenzelligen Schaum. Bei Bedarfen um 10.000 m² pro Jahr lohnt der Vergleich zwischen eigener Kaschierung und fertig ausgerüstetem EPDM-Dichtschaum.

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