Silikone

Silikone: Klebstoffe, Kleb- und Dichtstoffe

Silikone sind Klebstoffe, die Sie ungemein vielseitig einsetzen können. Sie verkleben eine Vielzahl unterschiedlicher Werkstoffe und dichten dabei hervorragend ab. Dabei widerstehen diese Verbindungen Hitze, Kälte und auch Feuchtigkeit. Der Markt bietet Ihnen eine Vielzahl verschiedener Klebstoffe auf Silikon-Basis. Dabei unterscheidet man zwei Techniken: Klebe- und Kompressionsdichtungen.

Silikone: Die Vorteile auf einen Blick

Alle Klebstoffe auf der Basis von Siliziumverbindungen sind schwer entflammbar. Darüber hinaus bieten sie Ihnen folgende Vorteile:

  • temperaturbeständig, sowohl bei Hitze auch als bei Kälte
  • beständig gegen Feuchtigkeit und eine Vielzahl von Chemikalien
  • ausgezeichnete Dichtfunktion
  • hohe UV- und Witterungsbeständigkeit

Ihr Ansprechpartner

Bei technischen Fragen zu Ihrer Anwendung oder unseren Produkten wenden Sie sich gerne an:

 

Philipp Dengel

Technischer Berater / Labor

Dichtungen mit silikonbasierten Produkten

Silikonbasierte Produkte eignen sich für zwei Verfahren, die beide hochwertige Dichtungen erzeugen: die Klebedichtung und die Kompressionsdichtung. Welche Dichtung – und damit welche Produkte – für Ihren Bedarf infrage kommen, bestimmt die Antwort auf die Frage: Muss die Baugruppe in regelmäßigen Abständen geöffnet werden oder kann sie mit einem Klebedichtstoff dauerhaft verklebt werden? Unabhängig von der Art der Dichtung müssen alle Oberflächen unbedingt frei von Fett und anderen Verschmutzungen sein.

Eine saubere Haftgrundlage können Sie durch Reinigung mit Lösungsmitteln oder durch Vorbehandlung mit einem Primer erreichen.

FIPG: Die Klebedichtung

Dieses Abdichtverfahren ist auch als Formed-In-Place Gasketing, kurz FIPG, bekannt. Dabei bildet das Dichtungsmittel eine Barriere, die sich nicht öffnen lässt. Adhäsionskräfte zwischen dem Dichtungsmittel und den Fügeteilen erzielen die gewünschte Abdichtung. Für dieses Verfahren erhalten Sie

  • Ein- und Zwei-Komponenten-Silikone mit Polykondensation,
  • Ein-Komponenten-Silikone mit Polyaddition sowie
  • Schmelzklebstoffe.

Ein-Komponenten-Silikone mit Polykondensation lassen sich in glasklare, essigsauervernetzende Silikonklebstoffe sowie in neutralvernetzende Alkoxy- und Oxim-Silikone unterteilen. Diese Silikone sind ideal für das Abdichten aller Arten von Geräteteilen, zum Beispiel elektronischen Gehäusen, Scheinwerfern aller Art und Ofentüren.

CIPG: Die Kompressionsdichtung

Im Gegensatz zu den Klebedichtungen spielen bei der Kompressionsdichtung Adhäsionskräfte eine untergeordnete Rolle. Bei Cured-In-Place Gasketing (CIPG) wird die Dichtung durch mechanische Kräfte erreicht. Sie drücken auf die verschiedenen Bauteile und bewirken so die Dichtung. Diese Art von Silikondichtstoffen lassen sich in

  • Silikonschäume und
  • Silikonelastomere

unterteilen. Die mechanische Komponente dieser Dichtungen ermöglicht es, die Bauteile zu öffnen und erneut zu verschließen. Deshalb eignen sich diese Silikone beispielsweise für das Abdichten von Schaltschränken oder von Wassertanks in Autokühlern.

Die verschiedenen Silikongruppen

Silikone lassen sich in folgende Gruppen aufteilen:

  • Härtetemperatur: Silikon-Klebstoffe härten entweder bei Raumtemperatur oder bei Erwärmung aus.
  • Aushärtereaktion: Sie bekommen Silikone als Ein- oder Zwei-Komponenten-Klebstoff, die entweder mit Polykondensation oder Polyaddition reagieren.
  • Anwendungsmethode: Silikone sind für CIPG oder FIPG geeignet.

Sowohl bei Polykondensation als auch bei Polyaddition handelt es sich um chemische Reaktionen, die in Stufen verlaufen. Bei der Polykondensation entsteht in der Regel Essigsäure oder Alkohol oder Oxim (je nach Typ) als Spaltprodukt, während Polyaddition keine Nebenprodukte erzeugt.

Klebedichtungen

Einkomponenten-RTV-Silikon

Einkomponenten-RTV-Silikone härten durch Polykondensation bei Raumtemperatur. Sie absorbieren Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft und bilden eine Haut.

Sie härten während des Prozesses, unter Freisetzung von Nebenprodukten, von der Oberfläche des Wulstes nach innen aus.

Sie härten langsam unter normalen Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen (bis zu einer Tiefe von 3mm in 24 Stunden bei 25°C und 50% relativer Luftfeuchtigkeit). Es wird daher nicht empfohlen Einkomponenten-RTV-Silikone für Spalten größer als 10mm zu verwenden. Das Härten kann durch Erhöhen der relativen Luftfeuchtigkeit und/ oder Temperatur beschleunigt werden.

Einkomponenten-HTV-Silikon

Einkomponenten-HTV-Silikone härten durch Polyaddition, wenn sie hohen Temperaturen von etwa 150° ausgesetzt werden.

Anders als Einkomponenten-RTV-Silikone, benötigen Einkomponenten-HTV-Silikone keine Feuchtigkeit aus der Umgebung, um zu härten. Die Kleberaupe härtet über das gesamte Volumen vollständig aus (auch als Massenpolymerisation bekannt).

Deswegen sind sie für den Einsatz in Umgebungen mit wenig Luft geeignet und können verwendet werden, um sehr starke Dichtungen zu bilden. Darüber hinaus beschleunigt die schnelle Aushärtezeit die Produktionsleistung.

Zweikomponenten-RTV-Silikon

Zweikomponenten-RTV-Silikone härten, nachdem beide Komponenten miteinander vermischt werden.

Der Hauptvorteil dieser Silikone ist ihre schnelle Aushärtung, die sowohl die Verarbeitungszeit verkürzt als auch die Produktionsleistung erhöht.

Anders als Einkomponenten-RTV-Silikone, sind Zweikomponenten-RTV-Silikone zur Verwendung in geschlossenen Systemen vorgesehen (kein Zugriff auf die Umgebungsfeuchtigkeit) und werden bei großen Schichtdicken verwendet. Sie härten gleichmäßig, wenn sie richtig dosiert werden.

Vergleichstabelle - Viskosität

Webinaraufzeichnung: Silikon Kleb- und Dichtstoffe

Produktempfehlungen zu Silikonen

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