Schleifen für Schweißer: Die Fächerscheibe

Praxistipp Fächerscheibe

Fiberscheibe, Fächerscheibe, Schruppscheibe — für den Einsatz auf dem handgeführten Winkelschleifer stehen drei Schleifscheibenarten zur Verfügung, die sich in ihrer Konstruktion grundsätzlich unterscheiden. Wie die Schruppscheibe hat die Fächerscheibe eine dreidimensionale Form: Das Schleifmittel ist fächer- oder lamellenförmig geschichtet auf einem Schleifteller verankert.

Mehr Infos zu Fächerscheiben

Tipp 1: Achten Sie auf den Abtrag

Für viele Kunden gibt die Standzeit den Ausschlag zugunsten der Fächerscheibe. Dies macht jedoch nur Sinn, wenn zugleich ein aggressives Korn mit hohem Abtrag gewählt wird — sonst hält die Scheibe lange, schafft aber wenig weg. Eine Besonderheit ist in diesem Zusammenhang das 3M™ Cubitron™ II Präzisionskorn: Das patentierte Hochleistungskeramikkorn bietet eine absolut gleichförmige Kornstruktur, die Anpressdruck unmittelbar in Schnitt umsetzt. Die Resultate sind ein — je nach Anwendungsfall — bis zu 100 Prozent höherer Abtrag und bis zu 50 Prozent kürzere Bearbeitungszeiten im Vergleich zu anderen Premiumkörnern. Ein Leistungszuwachs, der sich besonders bei der „weichen“ Fächerscheibe doppelt auszahlt!

Tipp 2: Das richtige Einsatzgebiet wählen

Fächerscheiben sind echte Generalisten und für viele Anwendungen die richtige Wahl. Besonders gut eignen sie sich für Freiformteile wie zum Beispiel Rohre, Gehäuse, Aufbauten, Handläufe etc., bei denen die Scheibe der Form des Werkstücks folgen muss, ohne Facetten zu schleifen. Für frei zugängliche Stahlkanten oder Schweißnähte empfehlen wir hingegen eher eine Fiberscheibe auf einem speziellen Stützteller, die die höchste Schleifleistung erzielt. Bei direkter Kantenbelastung greifen Sie am besten zur Schruppscheibe oder bedingt auch zur Fächerscheibe.

Im Grunde selbstverständlich ist, dass man die richtige Körnung wählt. So gibt es die 3M™ Cubitron™ II Fächerschleifscheibe 967A in Feinheitsgraden von 40+ bis 80+, wobei 80+ für Edelstahl-Bearbeitungen mit hohem Anspruch an die Oberflächengüte sehr gut geeignet ist.

Tipp 3: Die Arbeitsweise

Fächerscheiben sind gutmütig und fehlertolerant. Im Grunde können Sie bei der Arbeit mit der Fächerscheibe wenig falsch machen. Führen Sie die Scheibe in einem Winkel von etwa 15 Grad über das Werkstück und belasten Sie die Kanten nicht zu stark. Nutzen Sie ein Präzisionskorn wie 3M™ Cubitron™ II und die Arbeit wird noch einmal komfortabler: Sie benötigen vergleichsweise wenig Druck für viel Abtrag in sehr kurzer Zeit; das Werkstück bleibt kühl.

Produktempfehlung zu Arbeitsschutzprodukten

Hier eine kleine Auswahl – alle verfügbaren Produkte können Sie in unserem Online-Shop in der Kategorie Arbeitsschutz kaufen.

Häufige Fragen

Für Edelstahl kommen in der Regel Fächerscheiben mit korund- oder keramischem Schleifkorn infrage. Wichtig ist eine Ausführung, die für Edelstahl geeignet ist, damit die Oberfläche sauber bearbeitet wird und keine unerwünschten Verunreinigungen entstehen. Bei anspruchsvollen Anwendungen zählen vor allem hoher Abtrag, eine gleichmäßige Oberflächengüte und eine gute Standzeit. 

Fächerscheiben sind oft die richtige Wahl, wenn Abtrag und Finish in einem Arbeitsschritt gefragt sind. Im Vergleich zur Schruppscheibe arbeiten sie meist kontrollierter, laufruhiger und erzeugen ein sauberes Schliffbild. Das spart Zeit, vor allem bei Schweißnähten, Kantenbearbeitung und beim Angleichen von Oberflächen.

Die passende Körnung hängt von der Anwendung ab:

  • Grobe Körnungen eignen sich für hohen Materialabtrag und das Entfernen von Schweißnähten.
  • Mittlere Körnungen sind eine gute Wahl für das Angleichen und Nachbearbeiten. 
  • Feinere Körnungen werden eingesetzt, wenn eine bessere Oberflächengüte erreicht werden soll. 

Eine gerade Fächerscheibe eignet sich vor allem für flache Oberflächen und feinere Schleifarbeiten. Eine gewölbte Fächerscheibe wird häufig bei Kanten, Schweißnähten und schwerer zugänglichen Bereichen eingesetzt, weil sie einen etwas aggressiveren Schleifwinkel unterstützt. 

Ja, viele Fächerscheiben eigenen sich nicht nur für den Materialabtrag, sondern auch für ein sauberes Oberflächenbild. Mit der passenden Körnung lässt sich der Übergang zum nachfolgenden Bearbeitungsschritt deutlich verbessern.