Neue Möglichkeiten in der Gerätetechnik
Gerade in der Gerätetechnik kommt es darauf an, unterschiedliche Werkstoffe zuverlässig zu fügen, ohne empfindliche Bauteile unnötig mechanisch oder thermisch zu belasten. Klebstoffsysteme schaffen hier konstruktive Freiräume, weil sie nicht nur verbinden, sondern je nach Anwendung auch dichten, dämpfen, isolieren oder Spalte ausgleichen können. Das ist vor allem bei kompakten Baugruppen, filigranen Komponenten und hohen Anforderungen an Optik, Funktion und Prozesssicherheit ein klarer Vorteil. Gleichzeitig lässt sich moderne Klebetechnik sehr gut in manuelle, halbautomatische und automatisierte Fertigungsabläufe einbinden.
Vorteile vom Kleben in der Gerätetechnik
- Verbindung unterschiedlicher Werkstoffe wie Metall, Kunststoff, Glas oder Verbundmaterialien
- Geringere mechanische Belastung der Bauteile im Vergleich zu Schrauben, Nieten oder Schweißen
- Flächige Kraftverteilung statt punktueller Krafteinleitung
- Zusätzliche Funktionen wie Dichten, Dämpfen, Isolieren oder Vergießen
- Saubere Optik ohne sichtbare Verbindungselemente
- Gute Eignung für kompakte Baugruppen und filigrane Komponenten
- Potenzial zur Gewichtsreduzierung
- Gute Einbindung in manuelle, halbautomatische und automatisierte Fertigungsprozesse
Ihr Ansprechpartner
Bei technischen Fragen zu Ihrer Anwendung oder unseren Produkten wenden Sie sich gerne an:
Philipp Dengel
Technischer Berater / Labor

Anwendungen in der Gerätetechnik
Fügen von Gehäusen und Abdeckungen
Klebstoffe und Klebebänder schaffen dauerhafte Verbindungen bei Gehäusen und Abdeckungen. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn Bauteile sicher gefügt und zugleich materialschonend verarbeitet werden sollen.
Befestigen von Displays, Sensoren und Bedienelementen
Gerade in der Elektronik und Gerätetechnik kommt es auf präzise Positionierung und gleichbleibende Prozesssicherheit an. Klebetechnische Lösungen helfen dabei, empfindliche Komponenten sauber und zuverlässig zu befestigen.
Dichten von Gehäusefugen gegen Feuchtigkeit, Staub oder Medien
Für viele Anwendungen ist nicht nur die Verbindung, sondern auch die Abdichtung entscheidend. Geeignete Systeme schützen Gehäusefugen vor äußeren Einflüssen und tragen zur Funktionssicherheit bei.
Sichern von Schrauben und Gewinden
Schraubensicherungen verhindern das ungewollte Lösen durch Vibration oder Belastung. Gleichzeitig lässt sich die Montage in vielen Fällen sauber und wirtschaftlich in bestehende Prozesse integrieren.
Fixieren kleiner Bauteile mit engen Toleranzen
Bei kleinen Komponenten sind Dosiergenauigkeit und Wiederholbarkeit besonders wichtig. Hier bewähren sich abgestimmte Klebstoff- und Dosierlösungen für präzise Ergebnisse.
Vergießen elektronischer Komponenten
Das Vergießen schützt empfindliche Elektronik vor Feuchtigkeit, Staub und mechanischen Einflüssen. Darüber hinaus kann es zur Isolation und zur längeren Lebensdauer von Bauteilen beitragen.
Kleben von Sichtteilen mit hohen Anforderungen an die Optik
Sichtteile verlangen saubere Klebelinien und ein hochwertiges Erscheinungsbild. Entscheidend sind dabei die passende Produktauswahl und eine anwendungsgerechte Verarbeitung.
Verbinden von Bauteilen mit komplexer Geometrie
Komplexe Formen stellen hohe Anforderungen an Material, Applikation und Prozessführung. Mit passender Dosiertechnik lassen sich auch anspruchsvolle Geometrien präzise und wiederholgenau verbinden.
Abdichten und Fixieren in Motoren, Pumpen oder Antriebseinheite
In diesen Anwendungen müssen Verbindungen häufig Medien, Vibrationen und thermischen Belastungen standhalten. Kleb- und Dichtsysteme unterstützen dabei, Bauteile sicher zu fixieren und sensible Bereiche zuverlässig abzudichten.
Beispiel aus der Praxis
In der Gerätetechnik gibt es viele typische Einsatzfälle für das Kleben:
- Gehäuse und Abdeckungen werden aus mehreren Einzelteilen gefertigt und anschließend passgenau miteinander verklebt.
- Halterungen, Führungen oder Befestigungselemente werden dauerhaft mit Gehäusen und Baugruppen verbunden.
- Prototypen und Funktionsmuster werden nach der Montage verklebt, um Bauteile schnell und ohne zusätzliche mechanische Verbindungselemente zu fixieren.
- Komponenten aus unterschiedlichen Materialien, beispielsweise Kunststoff, Metall oder Glas, werden zu einer Baugruppe verbunden.
- Dichtungen, Abdeckungen oder Schutzkomponenten werden verklebt, wenn gleichzeitig eine zuverlässige Abdichtung gegen Staub oder Feuchtigkeit erforderlich ist.
- Kleine Bauteile wie Sensorhalter, Kabelkanäle, Abdeckungen oder Führungselemente werden präzise positioniert und dauerhaft fixiert.
- Gewindeeinsätze, Magnete oder weitere Funktionselemente werden nach der Fertigung in oder an Bauteilen befestigt.
Entscheidend ist dabei immer, welche Anforderungen die Klebung später erfüllen muss: rein positionierend, strukturell tragend, schlag- und vibrationsbeansprucht, temperaturbelastet oder zusätzlich abdichtend. Davon hängt die Auswahl des geeigneten Klebstoffs und der passenden Vorbehandlung unmittelbar ab.
Klebstoffe, die häufig in der Gerätetechnik verwendet werden
Cyanacrylate
Cyanacrylate eignen sich für sehr schnelle Fixierungen kleiner Bauteile. Sie werden häufig genutzt, wenn kurze Taktzeiten und präzise Punktdosierungen gefragt sind.
Lichthärtende Klebstoffe
Diese Systeme sind besonders interessant für transparente oder lichtzugängliche Bauteile. Sie ermöglichen schnelle Aushärtung und eine gute Steuerbarkeit im Prozess.
Anaerobe Klebstoffe
Diese Produkte werden häufig zum Schraubensichern, Dichten und Fügen zylindrischer Teile eingesetzt. In der Gerätetechnik sind sie unter anderem für Gewinde, Lager oder zylindrische Verbindungen relevant.
Silikone
Silikone sind gefragt, wenn elastische Verbindungen, Dichtfunktionen oder Temperaturbeständigkeit benötigt werden.
2K-Klebstoffe
2K-Systeme eignen sich für Anwendungen mit höheren Anforderungen an Spaltüberbrückung, Festigkeit oder Materialkombinationen. Für die saubere Verarbeitung spielen Mischdüsen und geeignete Kartuschensysteme eine wichtige Rolle.
Praxistipp
In der Gerätetechnik entscheidet nicht nur die Klebstoffauswahl über das Ergebnis, sondern der gesamte Prozess. Deshalb sollte die Auslegung immer folgende Punkte berücksichtigen:
- Welche Werkstoffe werden verbunden?
- Welche Festigkeit wird wirklich benötigt?
- Muss zusätzlich gedichtet, isoliert oder vergossen werden?
- Wie hoch ist die geforderte Taktzeit?
- Erfolgt die Applikation manuell, halbautomatisch oder automatisiert?
- Welche Dosiergenauigkeit ist notwendig?
- Gibt es empfindliche Bauteile, bei denen Wärme vermieden werden muss?
Besondere Eigenschaften für die Gerätetechnik
In der Gerätetechnik müssen Kleblösungen oft mehr leisten als nur zwei Teile miteinander zu verbinden. Wichtige Eigenschaften sind:
- hohe Prozesssicherheit
- präzise Dosierbarkeit
- Wiederholgenauigkeit in Serie
- gute Medien- und Temperaturbeständigkeit
- Vibrationsfestigkeit
- Eignung für kleine, komplexe oder empfindliche Bauteile
- saubere Verarbeitung ohne übermäßigen Materialauftrag
- gute Automatisierbarkeit
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Häufige Fragen
Weil sich damit unterschiedliche Werkstoffe sicher verbinden lassen und zusätzliche Funktionen wie Dichten, Dämpfen oder Isolieren möglich sind. Außerdem lässt sich Klebetechnik gut in moderne Fertigungsabläufe integrieren.
In der Gerätetechnik können unter anderem Kunststoffe, Metalle, Glas, Keramik und Verbundwerkstoffe miteinander verklebt werden. Entscheidend ist die Kombination der Werkstoffe sowie die späteren Anforderungen an die Klebung. Je nach Material können eine geeignete Oberflächenvorbehandlung und ein speziell abgestimmter Klebstoff erforderlich sein.
Der passende Klebstoff hängt von Faktoren wie Werkstoff, Temperatur, Belastung, Feuchtigkeit, Spaltgröße und gewünschter Aushärtezeit ab. Häufig kommen beispielsweise Epoxidharze, Acrylatklebstoffe, Cyanacrylate, Polyurethane oder elastische Klebstoffe zum Einsatz.
Wenn schnelle Aushärtung, gute Prozesskontrolle und geringe thermische Belastung gefragt sind. Sie eignen sich besonders für lichtzugängliche Bereiche und transparente Bauteile.
Ja, geeignete Klebstoffe können auch für vibrations- und stoßbelastete Baugruppen eingesetzt werden. Elastische oder zähmodifizierte Klebstoffsysteme können dynamische Belastungen aufnehmen und gleichzeitig Spannungen zwischen den verbundenen Bauteilen reduzieren.