
Klebelösungen für Fassadenpaneele, Fenster, Türen und Glas-Aluminium-Konstruktionen
Anwendungsfeld: Verarbeitung
Bild: Aluminiumrahmen mit eingesetztem Fassadenpaneel, im Schnitt sichtbar: Schaumklebeband als Fixierung und Abstandhalter, daneben eine Raupe Kleb- und Dichtstoff.
Anwendungsbeschreibung zu Fassade und Bauelementen
Paneele, Fenster und Türen kleben statt schrauben – Wozu?
Fassadenpaneele, Sandwichkonstruktionen, Fensterrahmen, Türblätter und Glas-Aluminium-Konstruktionen verbinden unterschiedliche Werkstoffe mit sehr verschiedenen Bewegungs- und Dehnungseigenschaften. Sichtbare Schrauben oder Nieten beeinträchtigen nicht nur die Optik, sondern durchdringen auch die Deckschicht, schaffen Wärmebrücken und begünstigen Korrosion. Gleichzeitig arbeiten die Bauteile dauerhaft: Schichtstoffplatten zeigen normgerechte Toleranzen von 1 bis 3 mm pro Meter, Aluminium und Glas dehnen sich unterschiedlich aus, Türen verwinden sich im täglichen Einsatz – und das unter UV-Strahlung, Feuchte und Temperaturwechsel.
Genau hier zeigt sich die Stärke moderner Klebetechnik. In vielen Anwendungen bewährt sich ein abgestimmtes System aus Acrylat-Schaumklebeband zur Sofortfixierung und Abstandshalterfunktion sowie einem elastischen Kleb- und Dichtstoff für die dauerhafte Verbindung und Abdichtung. Je nach Fügestelle kommen 1K- oder 2K-Polyurethane, MS-Polymere oder Silikone zum Einsatz. Passende Primer sichern die Haftung auf Pulverlack, Zink, Edelstahl, Glas oder Schichtstoff. tewipack stellt solche Systeme anwendungsbezogen zusammen, legt Primer, Düsengeometrie und Montagefolge fest und begleitet Musteraufbauten bis zur Freigabe.
An der Fassade ist selten ein einzelnes Produkt die beste Lösung, sondern ein abgestimmtes System: Schaumklebeband zur Fixierung, auffütternder Kleb- und Dichtstoff für Toleranzen und Bewegung sowie Primer passend zum Untergrund und zur Fugenbreite.
Für Fassade und Bauelemente liefert tewipack unter anderem 1K- und 2K-Polyurethane sowie MS-Polymere von Kömmerling mit passenden Körabond-Primern, 3M™ VHB™-Schaumklebebänder, TEROSON®-Kleb- und Dichtstoffe sowie DOWSIL™-Silikone. Dazu kommen Abrollgeräte, Reiniger und konfektionierte Zuschnitte mit Anfasslaschen. Eine Übersicht findet sich unter Polyurethanklebstoffe und Montage- und Dichtstoffe.

Vorteile von geklebten Fassaden- und Bauelementen
Gegenüber Schrauben, Nieten und wärmeaktivierten Systemen bieten Klebebänder sowie elastische Kleb- und Dichtstoffe an Fassade, Fenster und Tür wichtige Vorteile:
- keine sichtbaren Befestigungspunkte und keine Durchdringung der Deckschicht
- elastische Aufnahme von Verwindung, Plattenverzug und Dehnungsunterschieden zwischen Glas, Aluminium und Schichtstoff
- Verbinden und Abdichten in einem Arbeitsschritt
- Schaumklebeband fixiert sofort und hält den Abstand für die Klebstoffraupe
- kaltes Verkleben großformatiger Paneele ohne beheizte Presse
- gleichmäßige Lastverteilung über die Klebfläche statt punktueller Krafteinleitung
- Primer-Systeme für glatte und poröse Untergründe verbessern die Haftung auf Pulverlack, Zink, Edelstahl und weiteren Werkstoffen
- Schlauchbeutel-, Kartuschen- und Fassgebinde für Baustelle, Werkstatt und Serie
- je nach Anwendung auch wiederlösbare Systeme für Servicekomponenten und Glastüren
Anforderungen an Verklebungen von Fassade und Bauelementen
In Projekten von der vorgehängten Fassade bis zur Fahrzeugtür entscheiden sechs Punkte über Haltbarkeit, Montage und Freigabe:
Toleranz- und Rückstellspannung
Schichtstoffplatten verziehen sich normgerecht um 1 bis 3 mm pro Meter. Die daraus entstehende dauerhafte Rückstellspannung kann ein Schaumklebeband an seine Grenzen bringen und im ungünstigen Fall von der Platte ablösen. Wenn hohe Toleranzen ausgeglichen werden müssen, ist ein auffütternder Kleb- und Dichtstoff prinzipiell im Vorteil.
Untergründe und Primer
Aluminium, Zink, Pulverbeschichtung, gebürsteter Edelstahl, Schichtstoff und Glas verhalten sich beim Kleben sehr unterschiedlich. Ein einziges Band für alle Fälle bleibt deshalb meist ein Kompromiss. Glatte und poröse Untergründe benötigen unterschiedliche Primer, Glas einen Silan-Primer für dauerhafte Feuchtebeständigkeit, gebürsteter Edelstahl zusätzlich eine mechanische Vorbehandlung mit Vlies.
Bewegung und Verwindung
Fahrzeugtüren, Leichtbaufassaden und Sandwichelemente stehen dauerhaft unter Biege- und Schwingbelastung, Temperaturwechsel und Verwindung. Gefragt ist hier weniger maximale Steifigkeit als die Fähigkeit, diese Bewegung über Jahre sicher aufzunehmen. Deshalb kommen häufig elastische Polyurethane und MS-Polymere zum Einsatz; bei Fahrzeugtüren arbeitet der Markt vielfach mit Polyurethanen aus Großgebinden.
Standfestigkeit an der senkrechten Fläche
Wandpaneele werden oft an stehenden Flächen verklebt. Standardtypen können dort absacken, bevor das Bauteil angedrückt ist. Für eine Bahnanwendung mit Brandschutzanforderungen wurde deshalb eine eigens thixotropierte Sondereinstellung aufgelegt. Bei Kleb- und Dichtstoffen übernehmen pastöse Einstellung und passende Düsengeometrie diese Aufgabe.
Montagefolge und Konfektionierung
Schwere Fensterrahmen und großformatige Platten müssen exakt positioniert werden. Lange Anfasslaschen erleichtern das Ausrichten vor dem Abziehen des Liners, ein Abrollgerät führt dickes Band faltenfrei um Radien, und Schraubzwingen mit Aluminiumprofilen pressen die Platte nach dem Positionieren an. Zuschnitte und Stanzteile in Rahmenkontur verkürzen die Montagezeit.
Gebinde, Etikett und Mindestmengen
Technisch ist ein Projekt oft früher entschieden als kaufmännisch. Danach bestimmen Düsengeometrie, CLP-Etikettierung mit Multi-Layer-Etikett und das passende Gebinde die Umsetzung. In einem Fassadenprojekt lag die Mindestabnahme der bedruckten Schlauchbeutelfolie bei 150.000 Stück und damit bei rund zweieinhalb Jahresbedarfen. Solche Punkte gehören früh in die Kalkulation.
Wie werden Fassadenpaneele und Bauelemente verklebt?
Unterkonstruktion und Paneelrückseite werden zunächst gereinigt – etwa mit Isopropanol auf Aluminium und Kunststoff oder mit Schleifvlies plus Haftvermittler auf gebürstetem Edelstahl. Danach folgt die Vorbehandlung mit dem passenden Primer für glatte oder poröse Untergründe beziehungsweise mit einem Silan-Primer auf Glas. Anschließend wird ein Acrylat-Schaumklebeband auf das Profil aufgebracht. Es fixiert das Bauteil sofort und hält als Spacer den Abstand für die Klebstoffraupe.
Daneben wird der eigentliche Kleb- und Dichtstoff aufgetragen, je nach Anwendung als 1K-Polyurethan, MS-Polymer oder Silikon aus dem Schlauchbeutel. 2K-Polyurethane und thixotropierte Epoxide kommen bei Sandwich- und Wandpaneelen aus Kartusche oder Dosieranlage zum Einsatz. Das Paneel wird mit anliegendem Liner positioniert, der Liner über die Anfasslasche abgezogen und das Element angepresst. Bis zur Handfestigkeit bleibt es fixiert. Feuchtigkeitshärtende Systeme benötigen zwischen dampfdichten Schichten gegebenenfalls einen Beschleuniger. Musteraufbauten mit Klimawechsel und Bewitterung sichern die Freigabe – ergänzend dazu die Verarbeitungshinweise zu VHB™-Klebeband.
Aus der Praxis: Fassade und Bauelemente in tewipack-Projekten
Aus über 1.000 dokumentierten Klebeanwendungen unserer Projekthistorie stammen diese Beispiele für Paneele, Fenster, Türen und Glas-Aluminium-Konstruktionen. Kunden- und Produktnamen Dritter nennen wir nicht.
Vorgehängte Fassaden
Kleb- und Dichtstoffsystem mit zwei Primern
Für vorgehängte Fassaden wurde ein System aus Primer für glatte und poröse Untergründe, Schaumklebeband als Fixierung und Spacer sowie einem flexiblen Kleb- und Dichtstoff aus dem 600-ml-Schlauchbeutel qualifiziert. Der Jahresbedarf lag bei 60.000 Beuteln, die Düsengeometrie bei 8 x 13 mm. Technisch war die Lösung früh gesetzt, danach entschieden CLP-Etikett, Gebinde und die Mindestabnahme der bedruckten Folie von 150.000 Stück.
Lösung: Körapur 140 als 1K-Polyurethan mit den Primern Körabond HG 83 und HG 92; MS-Polymer- und Silikon-Kandidaten unterlagen.
Bedarf: 60.000 Schlauchbeutel à 600 ml pro Jahr
Mindestmengen für Gebinde früh klären
Leichtbaufassaden
Sandwichklebungen mit Klebstoff und Klebeband
In einer Leichtbaufassade treffen mehrere Fügesituationen mit unterschiedlichen Untergründen und Fugenbreiten aufeinander. Statt eines einzelnen Produkts kommt daher eine Kombination aus 2K-Polyurethan-Klebstoff, MS-Polymer und doppelseitigen Acrylat-Schaumklebebändern zum Einsatz. Die Auswahl richtet sich nach Untergrund und Fugenbreite der jeweiligen Stelle. Das Band fixiert und hält den Abstand, der Klebstoff übernimmt die dauerhafte Verbindung.
Lösung: Bänder der 3M™ VHB™-Serie, ergänzt um Körapur 125 und TEROSON®-Produkte.
Prinzip: System statt Einzelprodukt
Schienenfahrzeuge
Leichtbau-Wandpaneele in S-Bahn-Wagen
Leichtbau-Wandpaneele werden an der senkrechten Wand von S-Bahn-Wagen verklebt; der Jahresbedarf liegt bei rund 300 kg. Die Standardtype des 2K-Epoxids sackte an der stehenden Fügefläche ab, bevor das Paneel angedrückt war. Für die Bahnanwendung mit Brandschutzanforderungen wurde deshalb eine eigens thixotropierte Sondereinstellung des Standardprodukts aufgelegt, die als Raupe an der Wand stehen bleibt und dennoch die Eigenschaften der Grundtype beibehält.
Lösung: Permabond® ET5272TP, thixotropierter Sonder-Epoxid; die Bestellungen laufen.
Bedarf: ca. 300 kg/Jahr
Gepanzerte Fahrzeuge
Fensterrahmen in Türen
Fensterrahmen werden in die Türen gepanzerter Fahrzeuge geklebt, als Band und als Zuschnitt. Der schwere Rahmen muss exakt sitzen. Deshalb wurden besonders lange Anfasslaschen gewählt, damit der Liner erst im positionierten Zustand abgezogen wird. Für die Radien hat sich ein Abrollgerät bewährt, da sich das dicke Band von Hand nicht faltenfrei führen lässt.
Lösung: 3M™ VHB™ 4905 und 4915 sowie 3M™ Automotive Acrylic Foam 4225.
Montagehilfe: lange Anfasslaschen, Abrollgerät für Radien
Fassadenplatten
Schichtstoffplatten lösen sich vom Schaumklebeband
Fassadenplatten aus Schichtstoff wurden mit Acrylat-Schaumklebeband verklebt. Die Platten weisen normgerechte Toleranzen von 1 bis 3 mm pro Meter auf. Die daraus entstehende dauerhafte Rückstellspannung, gegen die das Band arbeiten muss, löste es von den Platten. Bei diesem Spaltausgleich übersteigt die Anforderung das, was ein Schaumklebeband leisten kann. Die Ursache liegt im Plattenverzug, nicht im Klebeband.
Befund: Empfohlen wurden auffütternde Kleb- und Dichtstoffe, die Toleranzen ausgleichen und Spannungen reduzieren.
Toleranz: 1 bis 3 mm pro Meter
Bauelemente
Phenolharzplatte auf pulverlackiertem Stahlrahmen
Eine Phenolharzplatte mit Luftauslässen wurde bisher mit Fenstersilikon und 54 Schrauben auf einem pulverlackierten Stahlrahmen befestigt. Gefordert waren einfacher Auftrag, sofortige Haftung und Dichtwirkung ohne Verschraubung. Der Korpus war ungleichmäßig; ein Montageklebeband und ein 1,6-mm-Band scheiterten, im dritten Aufbau hielt und dichtete ein 2 mm dickes Band nach Reinigen und Primern.
Befund: 3M™ VHB™ 4918F in 15 mm Breite hält; an den Querstreben blieb eine Restdurchbiegung von rund vier Zehntelmillimetern, beim Primerauftrag trat stellenweise Blasenbildung auf.
Banddicke: 2 mm nötig
Montagefolge: Liner nach dem Ausrichten abziehen, mit Zwingen und Profilen anpressen
Produktempfehlungen zu Fassade und Bauelementen
Hier eine Auswahl an Kleb- und Dichtstoffen, Primern und Schaumklebebändern für Fassade und Bauelemente. Im Online-Shop stehen weitere Produkte unter Montagekleb- und Dichtstoffe, VHB™-Klebebänder und Silikone bereit.
Körapur 140 im Schlauchbeutel, die Primer Körabond HG 83 und HG 92, Körapur 840 und 666, 3M™ VHB™ 4905/4915/4918F/4646/5962F, Silan-Primer für Glas, 3M™ AP 111 sowie Permabond® ET5272TP als Sondereinstellung liefert tewipack auf Anfrage – ebenso Abrollgeräte und Zuschnitte mit Anfasslaschen. Weitere Produkte finden sich unter Kömmerling und Silikone; Branchenbeispiele unter Leichtbau und Messe- und Ladenbau.

Ihr Ansprechpartner
Bei technischen Fragen zu Ihrer Anwendung oder unseren Produkten wenden Sie sich gerne an:
Philipp Dengel
Technischer Berater / Labor

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Häufige Fragen
Beides – jeweils mit klarer Aufgabe. Das Schaumklebeband fixiert das Paneel sofort und hält als Spacer den Abstand, kann aber nur begrenzt Toleranzen ausgleichen. Bei Schichtstoffplatten mit normgerechtem Verzug von 1 bis 3 mm pro Meter erzeugt die Rückstellspannung Kräfte, denen ein Band allein nicht dauerhaft standhält. Ein auffütternder Polyurethan- oder MS-Polymer-Kleb- und Dichtstoff nimmt diese Toleranzen auf und trägt dauerhaft.
Glatte und poröse Untergründe benötigen unterschiedliche Primer. Deshalb wurden in einem Fassadensystem zwei Primer qualifiziert. Pulverbeschichtungen unterscheiden sich je nach Lacksystem in der Benetzbarkeit und werden für Klebebänder mit Haftvermittler vorbereitet. Gebürsteter Edelstahl braucht zusätzlich eine mechanische Vorbehandlung mit Vlies, weil das Band die gerichtete Struktur nur punktuell berührt. Auf Glas sorgt ein Silan-Primer für dauerhafte Feuchtebeständigkeit der Acrylatklebung.
Mit standfesten, thixotropierten Systemen. Für Wandpaneele in Schienenfahrzeugen wurde eine eigens thixotropierte Sondereinstellung eines 2K-Epoxids aufgelegt, weil die Standardtype an der stehenden Fläche abrutschte. Bei Kleb- und Dichtstoffen aus dem Schlauchbeutel sorgen pastöse Einstellungen und eine passende Düsengeometrie für eine stehende Raupe. Das Schaumklebeband hält das Paneel, bis der Klebstoff handfest ist.
Feuchtigkeitshärtende MS-Polymere und 1K-Polyurethane benötigen Luftfeuchte. Zwischen einem dampfdichten Aluminiumblech und einer Holzwerkstoff- oder Kunststoffplatte gelangt kaum Feuchte an die Klebschicht. Bei größerer Schichtdicke kann die Vernetzung praktisch zum Erliegen kommen. Für flächige Verklebungen wird deshalb ein Beschleuniger zugemischt, der die Aushärtung von innen startet – alternativ kommt ein 2K-System zum Einsatz.
Ja, allerdings ist das ein Zielkonflikt zwischen Tragfähigkeit und Wiederlösbarkeit. Ein sehr stark haftendes Schaumklebeband hielt großformatige Verbundsicherheitsglas-Scheiben in Maschinentüren, ließ sich im Schadensfall aber nicht mehr zerstörungsfrei lösen. Deshalb wurde anschließend ein Band mit geringerer Haftung getestet. Für Servicekomponenten wie Dachfenster-Bauteile kommen auch wiederlösbare Pilzkopfverschlüsse mit Vorfixierband in Betracht. Tragfähigkeit und Lösbarkeit sollten gemeinsam am Originalformat geprüft werden.
Entscheidend ist die Montagefolge. Rahmen oder Platte werden mit anliegendem Liner positioniert und ausgerichtet. Erst danach wird der Liner über lange Anfasslaschen abgezogen und das Element mit Schraubzwingen und Profilen angepresst. Dickes Schaumklebeband lässt sich um Radien nur mit einem Abrollgerät faltenfrei führen. Wer den Liner zu früh abzieht, riskiert eine schiefe Verklebung ohne Korrekturmöglichkeit.





