
Klebelösungen für Verpackung, Etikettierung und Kaschierung
Anwendungsfeld: Verarbeitung
Bild: Etikettenbahn auf Rolle läuft über eine Walze auf eine Faltschachtel, daneben ein Schmelzklebstoff-Auftragskopf mit Klebstoffpunkten auf der Kartonlasche
Anwendungsbeschreibung zu Verpackung und Etikettierung
Kleben im Takt der Verpackungslinie – Wofür?
In der Verpackungs- und Etikettiertechnik gibt die Linie den Takt vor. Faltschachteln für Fisch werden feucht und kalt, Papierbahnen müssen beim Rollenwechsel in Sekundenbruchteilen gespleißt werden, und bei Geschenkschlaufen dürfen Auftrag und Fügen oft nur rund eine Sekunde dauern. Klebelösungen müssen deshalb sofort funktionieren: Schmelzklebstoffe bauen beim Abkühlen schnell Festigkeit auf, Verpackungs- und Spleißklebebänder haften direkt ohne Trocknungszeit, Transferklebebänder und Dispersionen rüsten Papier, Etiketten und Folien selbstklebend aus. Gleichzeitig spielen Vorgaben eine Rolle, die weit über die reine Verklebung hinausgehen, etwa Lebensmittelkonformität, Recyclingfähigkeit und wirtschaftliche Zielpreise für hohe Stückzahlen.
Anspruchsvoll wird die Anwendung durch die unterschiedlichen Untergründe und Prozessbedingungen: PE-beschichteter Karton ist niederenergetisch und kann bei zu aggressiver Haftung an der Deckschicht reißen, Staub wirkt als Trennschicht, silikonisiertes Papier ist gezielt antiadhäsiv ausgelegt, und Kälte lässt viele Schmelzklebstoffe verspröden. tewipack stimmt deshalb Klebstoffklasse, Gebinde und Auftragstechnik auf die jeweilige Anwendung ab – vom Stick für die Handpistole über Granulat für die Anlage bis zum Big Bag für die Serienfertigung. Konformitäten nach EU-Verordnung 1935/2004 oder FDA werden vorab geprüft. Für Folienkaschierungen findet sich ergänzend unsere Seite Folienverklebung.
In der Verpackungslinie zählt jede Sekunde: Schmelzklebstoffe, Packbänder und Transferfilme müssen schnell haften – Konformität, Kältebeständigkeit und Recyclingfähigkeit werden deshalb vor dem Serieneinsatz geklärt.
tewipack bietet Schmelzklebstoffe als Stick, Granulat und Kartusche samt Auftragsgeräten, Verpackungs- und Etikettierklebstoffe sowie Verpackungs-, Spleiß- und Transferklebebänder von 3M™ und monta – abgestimmt auf Untergrund, Taktzeit und Zulassung.

Vorteile von Schmelzklebstoffen und Klebebändern in der Verpackung
Gegenüber Tackern, Dispersionen mit Trocknungszeit und reaktiven Klebstoffen bieten Schmelzklebstoffe, Verpackungs- und Transferklebebänder folgende Vorteile:
- schneller Festigkeitsaufbau beim Abkühlen oder Andrücken – ohne Trocknungszeit und ohne zusätzliche Fixierung
- lösemittelfreie Verarbeitung, auch für manuelle Anwendungen mit Handgeräten geeignet
- Typen für Kühl-, Tiefkühl- und Hochtemperaturbereiche lassen sich an einer Linie gezielt kombinieren
- Schmelzklebstoffe umschließen Fasern, Netze und Gewebe formschlüssig und kommen auf TPE in vielen Fällen ohne Primer aus
- wasserdispergierbare Spleißbänder unterstützen den Altpapierkreislauf
- Transferklebebänder rüsten Papier, Etiketten und Folien in einem Arbeitsgang selbstklebend aus – auch per Handabroller
- Gebinde passend zur Anlage: Stick, Kartusche, Granulat, Sack oder Big Bag
- Verpackungsklebebänder aus PP oder PVC sind leise abrollend erhältlich und bieten hohe Anfangshaftung auf Karton
- je nach Type sind Nachweise für Lebensmittelkontakt, Trinkwasser oder Hautkontakt verfügbar
Anforderungen an Klebelösungen für Verpackung und Etikettierung
In Projekten für Lebensmittelverpackung, Druck- und Papierverarbeitung, Etikettenhersteller und Konsumgüter entscheiden häufig sechs Punkte über Erfolg und Zeitplan:
Konformität für den Zielmarkt
Der Unterschied zwischen FDA-Zulassung und EU-Konformität nach Verordnung 1935/2004 ist erheblich. Ein Produkt kann das eine erfüllen und das andere nicht. Für Trinkwasserfilter kommt die KTW-Zulassung hinzu, für Papier mit Hautkontakt die Hautverträglichkeit. Deshalb wird der Zielmarkt vor der Klebstoffauswahl festgelegt.
Temperaturfenster im Betrieb
Fischverpackungen werden feucht und kalt, Kunststoffsäcke in Wellpappe lagern bei Minustemperaturen, Filter und Masken sehen +70 °C und mehr. Die Klebenaht muss bei der Verarbeitungstemperatur der Anlage und im späteren Einsatz sicher halten. Häufig laufen deshalb mehrere Typen parallel auf einer Linie.
Taktzeit und Festigkeitsaufbau
Eine Sekunde für Auftrag und Fügen bei Geschenkschlaufen, zwei Minuten bis zur Schnittfestigkeit beim Reisepass, 400 m/min Bahngeschwindigkeit an der Druckmaschine: Solche Vorgaben schließen viele Systeme aus und lassen in der Praxis oft nur Schmelzklebstoffe oder haftklebende Bänder zu.
Untergründe
PE-beschichteter Karton verbindet niedrige Oberflächenenergie mit begrenzter Kartonfestigkeit – ein zu stark haftendes Band kann die Deckschicht aufreißen. Staub auf Kartonagen wirkt als Trennschicht, silikonisiertes Papier ist die Trennschicht selbst. Der Klebstoff muss Partikel einbetten und den Untergrund dennoch sicher erreichen.
Recyclingfähigkeit
Ein Spleißklebeband für Papierbahnen muss wasserdispergierbar sein, damit sich Klebstoffreste im Papierkreislauf auflösen und die Wiederaufbereitung nicht stören. Diese Anforderung entsteht aus dem Prozess heraus und ist für die Bandauswahl oft ausschlaggebend. Nicht lösliche Klebstoffreste bleiben als Störstoff im Kreislauf zurück.
Auftragstechnik und Gebinde
Stick, Block, Granulat oder Big Bag bestimmen mit, welche Auftragsanlage in Frage kommt. Bei Verpackungsklebebändern wirken Bandqualität und Abroller zusammen: Ist die Bremse zu stark eingestellt, rutscht die Rolle und driftet seitlich weg.
Wie werden Schmelzklebstoffe und Klebebänder in der Verpackung verarbeitet?
Schmelzklebstoffe werden in Handpistolen, Tankgeräten oder Schmelzanlagen aufgeschmolzen und als Punkt, Raupe, Spirale oder Walzenauftrag auf Karton, Folie, Gewebe oder Bauteile aufgebracht. Innerhalb der offenen Zeit werden die Teile gefügt und kurz angedrückt; die Festigkeit entsteht beim Abkühlen. Low-Melt-Typen arbeiten bei geringerer Temperatur und schonen empfindliche Folien, reaktive PUR-Schmelzklebstoffe vernetzen zusätzlich mit Luftfeuchte. Verpackungsklebebänder werden mit Handabroller oder Verschließmaschine appliziert und anschließend angedrückt; die Bremseinstellung des Abrollers muss zur Rolle passen. Transferklebebänder werden mit dem ATG-Handabroller oder in der Kaschieranlage auf Papier oder Etiketten übertragen, während der Liner zurückläuft. Vor Serienstart prüft tewipack die Haftung auf dem eingesetzten Karton, das Verhalten im Klimawechsel und – bei Lebensmittelkontakt – die Konformitätsdokumente der jeweiligen Type.
Aus der Praxis: Verpackung und Etikettierung in tewipack-Projekten
Aus über 1.000 dokumentierten Klebeanwendungen unserer Projekthistorie stammen diese Beispiele aus Verpackung, Etikettierung und Kaschierung. Kunden- und Produktnamen Dritter werden nicht genannt.
Lebensmittelverpackung
Faltschachteln für Fisch auf einer neuen Linie verschließen
Für eine neue Produktionslinie wurden Schmelzklebstoffe zum Verschließen von Faltschachteln für Fisch benötigt – eine Type für den Kühl- und Tiefkühlbereich sowie eine hochtemperaturbeständige Variante. Der Karton wird feucht und kalt; die Naht muss bei der Verarbeitungstemperatur der Anlage und im Kühlbetrieb halten. Klebstoffauswahl und Mengenrechnung liefen parallel zur Linienplanung, bei einer Größenordnung von 6 bis 7 Millionen Faltschachteln und Abnahme in Palettenmengen.
Lösung: ein abgestuftes Sortiment aus Standard-, Kühl- und Hochtemperatur-Schmelzklebstoffen.
Menge: 6 bis 7 Mio. Faltschachteln
Gebinde: Palettenmengen
Druckindustrie
Wasserdispergierbares Spleißklebeband für Papierbahnen
In neuen Druckmaschinen werden die Bahnenden beim Rollenwechsel mit einem doppelseitigen Spleißklebeband verbunden. Gefordert war Wasserdispergierbarkeit, damit sich Klebstoffreste im Papierkreislauf auflösen und die Wiederaufbereitung nicht stören. Benötigt wurden zwei Ausführungen für unterschiedliche Anwendungen. Ein früheres Spleißprojekt zeigte außerdem, dass selbst silikonisiertes Papier mit einem passenden Band gespleißt werden kann.
Lösung: 3M™ 906B und 3M™ 906W, wasserdispergierbar.
Kriterium: Recyclingfähigkeit im Altpapier
Ausführungen: zwei Typen
Etikettenhersteller
Etiketten mit Schaumklebeband kaschieren
Etiketten werden mit einem 0,5 mm dicken doppelseitigen Schaumklebeband kaschiert. Die schmalen Rollen entstehen durch Umrollen aus einer Logrolle mit 1.040 mm Breite; Musterverklebungen und Feldtests beim Endkunden verliefen positiv. Kritisch war die Konfektionierung: Aus einer Logrolle lässt sich nur eine begrenzte Zahl schmaler Rollen schneiden, die Ausbeute ist vorab nicht sicher kalkulierbar, und Schaumbänder haben lange Lieferzeiten.
Lösung: Nitto 5790, aus der Logrolle umgerollt.
Banddicke: 0,5 mm
Logrolle: 1.040 mm breit
Lieferzeit einplanen
Papierverarbeitung
Papier auf Kunststoff mit dem Handapplikator
Papier wird mit einem Transferklebeband auf Kunststoff geklebt, aufgetragen mit einem Handapplikator. Gesucht war ein Band mit höherer Klebkraft und größerer Rollenlänge als das bisher verwendete, damit die Standzeit je Rolle im Handauftrag steigt und seltener gewechselt werden muss. Das bisher eingesetzte, schwächere Band wurde ersetzt. Ausschlaggebend waren Klebkraft und Rollenlänge, nicht die Klebstoffchemie.
Lösung: ein stärkeres, längeres Transferklebeband der 3M™ ATG-Reihe.
Ziel: längere Standzeit je Rolle
Auftrag: ATG-Handabroller
Konsumgüter
Kunststoffsack in Wellpappe – lösemittelfrei und kältefest
Ein Kunststoffsack wird in einen Faltkarton aus Wellpappe geklebt und soll vom Endkunden nicht zu entfernen sein. Gefordert war ein lösemittelfreier Klebstoff, weil in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung von Hand mit handelsüblichen Klebepistolen gearbeitet wird; die Haftung muss auch bei Lagerung unter Minustemperaturen erhalten bleiben. Die Folie ist niederenergetisch, die Pappe saugt, und Kälte lässt viele Schmelzklebstoffe verspröden.
Vorgesehen: 3M™ Scotch-Weld™ 3764 TCQ und 3792 LMQ zum Test.
Vorgabe: lösemittelfrei, Klebepistole
Lagerung: Minustemperaturen
Versand
Verpackungsklebeband rollt laut ab und reißt
Beim Verschließen von Kartons und Verbinden von Rollenkernen zeigte das eingesetzte Verpackungsklebeband deutliche Schwächen: Es rollt laut ab, haftet schlecht auf Karton und reißt ein. Zwei Ursachen überlagern sich – das Band selbst und ein zu stark gebremster Abroller, auf dem die Rolle rutscht und seitlich wegdriftet. Der Zielpreis orientiert sich an typischer Bürobedarfsware, was die Auswahl nach unten begrenzt.
Befund: Muster von zwei alternativen Verpackungsklebebändern hinterließen einen besseren Eindruck; die Bremse des Abrollers ist mit zu prüfen.
Ursache 1: Bandqualität
Ursache 2: Abroller zu stark gebremst
Produktempfehlungen zu Verpackung und Etikettierung
Hier eine kleine Auswahl an Schemlzklebstoffen und Klebebändern für die Verpackung – in unserem Online-Shop können Sie alle verfügbaren Produkte in den Kategorien Schmelzklebstoffe und Packbänder kaufen.
Spleißklebebänder wie 3M™ 906B und 906W, Etikettier- und Verpackungsklebstoffe in Gebinden für Auftragsanlagen, Schmelzklebstoffe in Säcken und Big Bags sowie Typen mit Konformität nach EU 1935/2004, FDA oder KTW liefert tewipack auf Anfrage.

Ihr Ansprechpartner
Bei technischen Fragen zu Ihrer Anwendung oder unseren Produkten wenden Sie sich gerne an:
Philipp Dengel
Technischer Berater / Labor

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Häufige Fragen
Beides regelt Materialien mit Lebensmittelkontakt, jedoch nach unterschiedlichen Listen und Prüfmethoden. Ein Klebstoff kann FDA-Anforderungen erfüllen und die europäische Konformität nicht – oder umgekehrt. Bei Verschlusssystemen aus Karton und Folie wird deshalb zuerst geklärt, welcher Markt beliefert werden soll. Für Trinkwasserfilter kommt zusätzlich die KTW-Zulassung hinzu. tewipack stellt die Konformitätsdokumente der jeweiligen Type vor der Bemusterung bereit.
Standardtypen verspröden in der Kälte, wodurch Nähte aufplatzen können. Für Fischverpackungen wurde deshalb eine eigene Type für den Kühl- und Tiefkühlbereich neben einer hochtemperaturbeständigen Variante eingeplant, weil die Verbindung bei der Verarbeitungstemperatur der Anlage und im Kühlbetrieb halten muss. Auch für Folie in Wellpappe, die bei Minustemperaturen lagert, werden kälteflexible Typen ausgewählt und im Klimawechsel geprüft.
Für Standardkartons eignet sich ein PP-Band mit hoher Anfangshaftung, leisem Abrollen und guter Reißfestigkeit. Für schwere Kartons und Rollenkerne kommen belastbarere Hochleistungsbänder in Frage. Wenn ein Band einreißt oder die Rolle rutscht, liegt die Ursache oft nicht nur am Band selbst: Ein zu stark gebremster Abroller kann die Rolle rutschen lassen und seitliches Wegdriften verursachen. Deshalb werden Band und Abroller gemeinsam betrachtet.
Ja, obwohl die Silikonisierung gezielt dafür ausgelegt ist, Haftung zu verhindern. Erforderlich ist ein Spleißklebeband mit sehr hoher Anfangshaftung oder ein speziell abgestimmtes System; in einem Projekt verliefen die Versuche positiv. Für Papierbahnen im Druck, deren Reste in den Altpapierkreislauf gehen, werden zusätzlich wasserdispergierbare Typen wie 3M™ 906B und 906W eingesetzt, damit sich Klebstoffreste in der Aufbereitung lösen.
Für dünne, flache Etiketten überträgt ein Transferklebeband die Klebmasse ohne Träger – von Hand mit dem ATG-Handabroller oder in der Kaschieranlage. Sollen Etiketten Unebenheiten ausgleichen oder Abstand aufbauen, wird ein Schaumklebeband aus der Logrolle in schmale Rollen umgerollt. Dabei sind Ausbeute je Logrolle und Lieferzeit des Schaumbands frühzeitig einzuplanen. Für Papier mit Hautkontakt kommen zudem hautverträgliche Dispersionsklebstoffe in Frage.
Weil Schmelzklebstoffe schnell Festigkeit aufbauen und dadurch Haltevorrichtungen ersetzen können. Cyanacrylate härten nur im engen Spalt zuverlässig aus; liegt der Tropfen frei, verlangsamt sich die Aushärtung stark. Dispersionen benötigen Trocknungszeit, die bei hohen Stückzahlen direkt auf die Linientaktung wirkt. Schmelzklebstoffe umschließen Fasern, Netze und TPE-Profile formschlüssig, kommen häufig ohne Primer aus und sind lösemittelfrei – ein klarer Vorteil in der manuellen Verarbeitung.





