Anaerobe Klebstoffe

Anaerobe Klebstoffe sichern und dichten

Anaerobe Klebstoffe sind das ideale Mittel, um Schrauben zu sichern, Gewinde zu dichten und Welle-Nabe-Verbindungen herzustellen. Sie widerstehen Vibrationen und dichten sogar Hochdruckleitungen zuverlässig ab. Darüber hinaus eignen sie sich für Produkte mit Zulassungen wie NSF (Trinkwasserzulassung), WRAS (Trinkwasserzulassung), DVGW (Wasser und Gas) und BAM (Sauerstoff).

Sie werden überall dort eingesetzt, wo sichere, belastbare und dauerhaft beständige Verbindungen zwischen Metallbauteilen erforderlich sind. Durch ihre besonderen Eigenschaften bieten sie eine zuverlässige Alternative zu klassischen mechanischen Sicherungsverfahren wie Schraubensicherungen, Dichtungen oder Pressverbindungen. 

Anaerobe Klebstoffe: Vorteile auf einen Blick

Anaerobe Klebstoffe liefern Verbindungen für Metalle, die extrem strapazierfähig sind. Außerdem bieten sie Ihnen folgende Vorzüge:
  • hohe Festigkeiten
  • schnelle Aushärtung
  • beständig gegen Chemikalien und Temperaturen
  • sichern, verbinden und dichten mit einem Produkt
  • für permanente und wieder lösbare Verbindungen

Ihr Ansprechpartner

Bei technischen Fragen zu Ihrer Anwendung oder unseren Produkten wenden Sie sich gerne an:

 

Philipp Dengel

Technischer Berater / Labor

Foto von Philipp Dengel ohne Hintergrund

Anwendung anaerober Klebstoffe

Wie funktionieren anaerobe Klebstoffe?

Der Begriff anaerob lässt sich mit „unter Ausschluss von Luft“ übersetzen. Tatsächlich ist der Sauerstoffanteil der Luft für die speziellen Eigenschaften dieser Klebstoffe verantwortlich. Der Grund: Anaerobe Klebstoffe härten durch radikalische Polymerisation. Das bedeutet, für die Reaktion sind Radikale verantwortlich. Darunter versteht man Atome, denen ein Elektron in einer äußeren Hülle fehlt. Dieses Elektron ersetzen sie, wo sie es finden. Sauerstoff verhindert, dass sich anaerobe Ein-Komponenten-Klebstoffe verhärten. Deshalb muss der Klebstoff jederzeit Kontakt mit Sauerstoff haben, damit er nicht aushärtet. Luftdurchlässige Flaschen aus Kunststoff werden für anaerobe Klebstoffe deshalb mit Sauerstoff durchspült und nur zur Hälfte gefüllt.

Anwendungsmöglichkeiten

Anaerobe Klebstoffe härten unter Ausschluss von Luft zu Duromeren aus. Sie halten Temperaturen von -60 bis +230 °C aus. Allerdings sind die ausgehärteten Klebstoffe spröde. Sie eignen sich deshalb nicht für Verbindungen, die flexibel bleiben müssen. Am häufigsten werden diese Klebstoffe dazu eingesetzt, Schrauben zu sichern. Sie bekommen anaerobe Klebstoffe dafür mit unterschiedlichen Festigkeiten. So können Sie sicherstellen, dass sich die Verbindung wieder lösen lässt.

Bei der Motoren- und Getriebemontage spielen anaerobe Klebstoffe ebenfalls eine wichtige Rolle. Neben der fügenden ist hier vor allem auch die dichtende Funktion gefragt. In Elektromotoren verbinden anaerobe Klebstoffe rotationssymmetrische Teile wie Welle und Nabe.

Anaerobe Klebstoffe kommen insbesondere bei Metallverbindungen zum Einsatz, bei denen hohe Anforderungen an Festigkeit, Dichtheit und Prozesssicherheit bestehen. Typische Anwendungen sind: 

  • Schraubensicherungen: Verhindert das selbstständige Lösen von Schraubverbindungen durch Vibrationen oder wechselnde Belastungen
  • Gewindedichtung: Verschließt Gewindeverbindungen zuverlässig gegen Flüssigkeiten und Gase und ersetzt häufig herkömmliche Dichtmittel
  • Flächendichtung: Dichtet passgenaue Metallflächen ab und gleicht geringe Unebenheiten aus
  • Fügeverbindungen: Sichert zylindrische Bauteile wie Lager, Buchsen, Wellen oder Naben gegen Verdrehen und Verschieben
  • Sicherung von Bauteilen: Stabilisiert Verbindungen und erhöht die Belastbarkeit mechanischer Baugruppen

Besonders vorteilhaft sind anaerobe Klebstoffe bei Anwendungen mit Vibrationen, wechselnden Temperaturen oder hohen Anforderungen an die Dichtheit. Sie schützen Verbindungen zusätzlich vor Korrosion, indem sie Spalten abdichten und das Eindringen von Feuchtigkeit verhindern. 

Einsatzbereiche

Anaerobe Klebstoffe werden in zahlreichen technischen Bereichen eingesetzt, unter anderem: 

  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Automobilindustrie und Mobilität 
  • Elektrotechnik und Elektronik 
  • Hydraulik- und Pneumatiksysteme 
  • Pumpen, Motoren und Getriebe 
  • Metallverarbeitung und Feinwerktechnik 

Besonders vorteilhaft sind anaerobe Klebstoffe bei Anwendungen mit Vibrationen, wechselnden Temperaturen oder hohen Anforderungen an die Dichtheit. Sie schützen Verbindungen zusätzlich vor Korrosion, indem sie Spalten abdichten und das Eindringen von Feuchtigkeit verhindern. 

Verarbeitung anaerober Klebstoffe

Für eine zuverlässige Verbindung ist eine sorgfältige Vorbereitung der Fügefläche entscheidend. Die Oberflächen müssen frei von Öl, Fett, Staub oder anderen Verunreinigungen sein. Je nach Material und Anwendung kann eine zusätzliche Oberflächenaktivierung sinnvoll sein, um die Aushärtung zu verbessern. 

Die Aushärtungsgeschwindigkeit hängt unter anderem vom Klebstofftyp, Spaltgröße, Temperatur und den verwendeten Werkstoffen ab. Metalle wie Stahl oder Messing fördern die Aushärtung häufig stärker als passive Oberflächen wie Edelstahl oder beschichtete Materialien. Für solche Anwendungen können spezielle Aktivatoren eingesetzt werden. 

Produkthighlights: Schraubensicherung von Loctite®

Loctite® Schraubensicherungen füllen Zwischenräume bis in den Gewindegrund vollständig aus und vermeiden dadurch Querbewegungen. Sie können die Zuverlässigkeit von Gewindeverbindungen dramatisch verbessern, indem sie das Losdrehen der Verbindungen und damit eine der häufigsten Ursachen für katastrophale Ausfälle in Industrieanlagen verhindern.

Vorteile von Loctite® Schraubensicherungen

  • Gleichmäßige Kraftverteilung in der Verbindung
  • Schutz vor Korrosion 
  • Ersetzen mechanische Sicherungselemente 
  • Verhindert Undichtigkeiten
  • Sichere Montage und einfache Verarbeitung
  • Beständigkeit gegenüber hohen Belastungen 

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Produktempfehlungen zu anaeroben Klebstoffen

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Häufige Fragen

Anaerobe Klebstoffe härten unter Luftabschluss und in Kontakt mit Metall aus. Sie eignen sich vor allem zum Schraubensichern, Gewindedichten, Fügen zylindrischer Teile und Flächendichten. 

Die Aushärtung beginnt, wenn der Klebstoff zwischen metallischen Flächen eingeschlossen wird und kein Sauersoff mehr vorhanden ist. 

Das hängt von der Anwendung ab. Für eine spätere Demontage eignen sich niedrig- bis mittelfeste Produkte. Für dauerhaft belastbare Verbindungen kommen hochfeste Varianten infrage. Entscheidend sind unter anderem Bauteilgröße, Belastung, Temperatur und Wartungsanforderungen. 

Anaerobe Klebstoffe sind in erster Linie für Metallverbindungen ausgelegt. Je nach Werkstoff, Oberflächenbeschaffenheit und Spaltmaß kann das Aushärteverhalten variieren. 

Ja. Spezielle Produkte werden zur Gewindedichtung und Flächendichtung eingesetzt. Sie helfen dabei, Leckagen zu vermeiden und Verbindungen dauerhaft gegen Betriebsmedien abzudichten.