
Klebeband ist nicht gleich Klebeband
Klebeband ist nicht gleich Klebeband – vielmehr handelt es sich bei Klebebändern um einen Sammelbegriff.
Wie überall im Leben, machten Wissenschaftler zahlreiche Entdeckungen in diesem Bereich durch Zufall. 1968 entdeckte beispielsweise Dr. Spencer Silver im Labor von 3M™ einen Klebstoff, der gut haftete und sich dank sogenannter Mikrosphären anschließend wieder leicht lösen ließ. Eigentlich war er auf der Suche nach einem extrastarken Klebstoff. Obwohl der dieses Ziel verfehlte, verewigte er sich mit dem lösbaren Klebstoff, der die berühmten Post-it®-Notizen möglich machte.
Heute spielen Mikrosphären bei Klebebändern eine Rolle, die sich nach dem Gebrauch leicht ablösen sollen. In den vergangenen Jahrzehnten entwickelte die Klebstoffindustrie zahlreiche Klebebänder mit unterschiedlichen Funktionen. Sie haften gut auf Oberflächen und Sie können sie meist direkt von der Rolle einsetzen. Als Trägermaterialien für die Klebstoffschicht kommen Filme aus Kunststoff, Schaum- oder Metallfolien sowie Papier und Textilien infrage.

Doppelseitige Klebebänder
Schrauben, Nieten oder Schweißen gehören der Vergangenheit an. Traditionelle Verbindungen werden immer häufiger durch doppelseitige Klebebänder ersetzt.

Einseitige Klebebänder
Gute Haftung, hohe Reißfestigkeit und zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Einseitige Klebebänder werden in Industrie und Handwerk täglich gebraucht.

Selbstklebende Elastikpuffer
Elektronische Geräte und Anwendungen in der Automobilindustrie werden mit selbstklebenden Elastikpuffern optimal vor Beschädigungen geschützt.

Druckverschluss, Haken- und Schlaufenband
Verkleidungen, Abdeckungen oder Bauteile sichert man heute mit Druckverschlüssen oder Haken- und Schlaufenbänder. Sie lassen sich auch wieder lösen.

Selbstklebende Formstanzteile
Wo typisiert, abgedeckt oder abgeschirmt werden muss, eignen sich selbstklebende Formstanzteile bestens. Nach ihren Vorgaben produzieren wir sie auf Maß.

Oberflächenschutzfolien
Oberflächenschutzfolien gibt es für alle möglichen Arbeitsgänge: vom Stanzen, übers Laserstrahlen bis zum Tiefziehen sowie für verschiedene Materialien.
Ihr Ansprechpartner
Bei technischen Fragen zu Klebebändern wenden Sie sich gerne an:
Philipp Dengel
Technischer Berater / Labor

Häufige Fragen zu Klebebändern
Einseitige Klebebänder werden vor allem zum Fixieren, Bündeln, Abdecken, Schützen, Isolieren oder Verschließen verwendet. Doppelseitige Klebebänder dienen dagegen der Verbindung von zwei Oberflächen. Sie kommen häufig dort zum Einsatz, wo Schrauben, Nieten oder Schweißen ersetzt oder ergänzt werden sollen. Je nach Aufbau bieten doppelseitige Systeme zusätzliche Vorteile wie Spannungsabbau, optisch saubere Verbindungen oder das Ausgleichen von Materialtoleranzen.
Die Haftung eines Klebebands entwickelt sich nach dem Aufbringen in der Regel über einen bestimmten Zeitraum. Durch den Anpressdruck kann der Klebstoff zunächst einen besseren Kontakt zur Oberfläche herstellen und seine Haftung anschließend weiter aufbauen. Wie schnell die endgültige Haftung erreicht wird, hängt unter anderem vom verwendeten Klebstoffsystem, Untergrund, Anpressdruck und der Temperatur ab. Bei vielen Klebebändern wird bereits nach kurzer Zeit eine gute Anfangshaftung erreicht, während die endgültige Haftfestigkeit erst später erreicht wird.
Klebebänder wirken auf den ersten Blick oft ähnlich, unterscheiden sich in der Praxis aber deutlich in Haftung, Alterungsbeständigkeit, Temperaturverhalten, Verarbeitbarkeit und Materialeignung. Eine technische Beratung hilft dabei, Fehlanwendungen zu vermeiden und die passende Lösung für Sicherheit, Funktion und Wirtschaftlichkeit zu finden. Besonders bei kniffligen Aufgabenstellungen ist die genaue Analyse der zu verbindenden Materialien ein wichtiger Schritt, um eine belastbare Empfehlung abzuleiten.
In vielen Anwendungen ja. Moderne Klebetechnik ermöglicht sichere und rationelle Verbindungen und kann mechanische Fügeverfahren sinnvoll ersetzen oder ergänzen. Klebebänder verteilen Kräfte häufig gleichmäßiger, schonen Oberflächen und erlauben Verbindungen unterschiedlicher Materialien. Zusätzlich lassen sich Gewicht, Montageaufwand und sichtbare Befestigungspunkte reduzieren. Ob ein Klebeband als Alternative geeignet ist, hängt jedoch immer von der konkreten Anwendung ab.
Die Auswahl des passenden Klebebands hängt von mehreren Faktoren ab: Welche Materialien sollen verbunden werden? Ist die Oberfläche glatt, rau, niederenergetisch oder temperaturempfindlich? Muss die Verbindung dauerhaft, lösbar oder repositionierbar sein? Auch Feuchtigkeit, UV-Belastung, Chemikalien und mechanische Beanspruchung spielen eine wichtige Rolle. Bei komplexeren Anforderungen hilft eine technische Bewertung der Materialien und des Einsatzumfelds, um die wirtschaftlich und technisch passende Lösung zu bestimmen.